Fachgerechte Sanierung

Unter Fachleuten gilt als einziges nachhaltige Maßnahme zur Lösung eines Schimmelpilzbefalles die Beseitigung der Ursache. Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass eine Unabhängigkeit zwischen Begutachtung und Sanierungsbetrieb gegeben ist. Nur so kann garantiert werden, dass die notwendigen, aber nicht unnötig aufwändigen Sanierungsmaßnahmen stattfinden.

Manch scheinbar einfache und billige „Sanierungsmethode“ stellt sich im Nachhinein als Fehler heraus – es treten Gesundheitsschäden und Gerüche auf, der Befall ist nur versteckt und nicht behoben! Das Problem wird nur vermeintlich „rasch” aus der Welt geschafft. Beispielsweise ist für eine fachgerechte Sanierung bei Schimmelpilzbefall in der Regel eine Vernebelung mit Desinfektionsmittel vollkommen unnötig – derartige Maßnahmen stellen oft sogar selbst ein Gesundheitsrisiko dar.

„Bei einer fachgerechten Sanierung, die die Schimmelbelastung an der Wurzel packt, ist eine Desinfektion nicht notwendig – sie kann sogar der Gesundheit schaden” klärt Dr. Thomas Holzmann (Umweltbundesamt) auf.

Aus Kostengründen entscheiden sich viele Betroffene dennoch immer häufiger gegen die Ursachenbeseitigung mit abschließender Feinreinigung. Stattdessen finden oberflächliche Desinfektionsmaßnahmen Anwendung. Dies ist aus zwei Gründen nicht zielführend, im Einzelfall sogar schädlich: Zum einen sind viele Desinfektionsverfahren in der Praxis nicht wirksam, auch wenn ihre Wirksamkeit in Laborversuchen nachgewiesen ist. Insbesondere ist oft die Dauerhaftigkeit der Maßnahme nicht gegeben. Zum anderen reicht eine Desinfektion – selbst wenn sie wirksam wäre – nicht aus, um die gesundheitlichen Auswirkungen der Schimmelpilzsporen zu beseitigen. Auch von abgetöteten Sporen können allergische und toxische Wirkungen ausgehen. Für eine vollständige Sanierung sind lebende und tote Sporen vollständig zu entfernen.

Desinfektionsmittel gefährden Sie und Ihre Umwelt

Desinfektionsmittel sind in der Regel nicht nur als sachgerechte Sanierungsmaßnahme falsch, sie können auch zu gesundheitlichen Problemen bei den Nutzern führen. Nach der Desinfektion besteht die Gefahr, dass Nutzer Desinfektionsmittelreste oder Reaktionsprodukte einatmen, was zu toxischen oder allergischen Reaktionen führen kann. Ein weiteres Problem können unerwünschte Nebenreaktionen sein, wie eine lang andauernde Geruchsbelästigung. Nur in speziellen Situationen, in denen eine Infektion empfindlicher Personen mit Schimmelpilzen zu verhindern ist – beispielsweise bei abwehrgeschwächten Patienten im Krankenhaus – kann eine Desinfektion nötig sein. Diese muss aber mit Desinfektionsmitteln erfolgen, deren Wirksamkeit unter Praxisbedingungen belegt ist und die sich schnell abbauen.

Feinreinigung und Wirksamkeitskontrolle

Am Ende der Sanierung ist eine Feinreinigung der ganzen Wohnung nötig, um noch vorhandene Schimmelpilzsporen zu beseitigen. Die Wirksamkeit der Sanierung sollte durch unabhängige Fachleute und aktive Sporenmessungen mittels normgerechter Methoden bestätigt werden.